Wer kann in die Kirche eintreten?

Jeder Mensch, der ein Christ sein will und als Christ leben möchte.

Wer bereits christlich getauft ist, aber aus seiner Kirche ausgetreten ist, kann entweder wieder eintreten (bei früher Evangelischen) oder die christliche Konfession wechseln (bei Angehörigen anderer christlicher Bekenntnisse).

Wer bisher nicht getauft wurde, kann – nach einer individuell abgestimmten Vorbereitung auf die Taufe – durch sie Mitglied der evangelischen Kirche werden.

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Was, wenn ich nicht getauft bin?

Die Taufe ist der entscheidende Schritt, um Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Kirche zu werden. Falls Sie sich wünschen, getauft zu werden, nehmen Sie mit Ihrem Ortspfarrer, der Ortspfarrerin oder den Mitarbeitenden der Kircheneintrittsstelle Kontakt auf, um über eine geeignete Vorbereitung auf die Taufe nachzudenken. Gefeiert wird diese in einem festlichen Gottesdienst. Als getaufter Christ, getaufte Christin sind Sie auch dazu eingeladen, das christliche Abendmahl mit zu feiern.

Grundsätzlich ist die Taufe im Namen des dreieinigen Gottes die Aufnahme in die Gemeinschaft aller Christinnen und Christen und damit auch der eigentliche Kircheneintritt.

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An wen muss ich mich wenden, wenn ich wieder in die Kirche eintreten will?

Es gibt zwei Möglichkeiten:

Entweder Sie wenden sich an die Pfarrerin oder den Pfarrer Ihrer Kirchengemeinde am Wohnort oder an eine Kircheneintrittsstelle. Die jeweilige Anschrift bzw. Telefonnummer erfahren Sie im örtlichen Telefonbuch, über die Gemeindesuche im Internet unter www.bayern-evangelisch.de und bei den Kircheneintrittsstellen München, Nürnberg und Augsburg.

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Welche Unterlagen werden benötigt?

Sofern Sie Ihrer Pfarrerin oder Ihrem Pfarrer nicht persönlich bekannt sind, sollten Sie Ihren Personalausweis dabei haben. Außerdem werden bei einem Wiedereintritt die Taufbescheinigung (mit Ort und Datum der Taufe, ersatzweise eine Konfirmationsurkunde) und möglichst die Daten über den Kirchenaustritt (ebenfalls Ort und Zeitpunkt) benötigt. Falls Dokumente fehlen, empfiehlt sich die telefonische Rücksprache mit der Kircheneintrittsstelle oder der Kirchengemeinde.

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Muss ich mich prüfen lassen, wenn ich wieder in die Kirche eintrete?

Nein. Eine Pfarrerin oder ein Pfarrer nimmt sich Zeit für ein ausführliches Gespräch mit Ihnen und wird Ihre Beweggründe respektieren. Sie sollten sich allerdings selbst prüfen, wie ernst es Ihnen mit der Kirche ist.

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Was muss ich tun, wenn ich lieber in einer anderen Gemeinde Mitglied werden möchte, als in meiner Wohnsitzkirchengemeinde?

Grundsätzlich werden Sie durch Ihren Kircheneintritt auch Mitglied einer bestimmten Kirchengemeinde, in der Regel der Ihres Wohnortes bzw. Stadtteils. Es ist jedoch auch möglich, sich einer „Wunschkirchengemeinde“ anzuschließen. Sprechen Sie diesen Wunsch direkt beim Eintrittsgespräch an. Man wird Ihnen individuell weiterhelfen.

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Werde ich der Gemeinde vorgestellt oder wird mein Kircheneintritt sonst öffentlich gemacht?

Wenn Sie es möchten, kann in einem Gottesdienst Ihr Eintritt bekannt gegeben werden. Ansonsten gilt für alles, was beim Eintrittsgespräch zur Sprache kommt, die Schweigepflicht.

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Wie kann ich meinen Kircheneintritt feierlich „begehen“?

Gerne gibt Ihnen die Pfarrerin oder der Pfarrer beim Eintritt einen Segen mit auf Ihren Weg und bespricht mit Ihnen, wo Sie – vielleicht begleitet von Ihnen nahestehenden Menschen - einen (Abendmahls-)Gottesdienst in der für Sie angemessenen Weise mitfeiern können.

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Welche besonderen Rechte habe ich, wenn ich Kirchenmitglied bin?

Sie haben Anspruch auf seelsorgerliche Begleitung in unterschiedlichsten Lebenslagen. Für wichtige Stationen in Ihrem Leben, etwa die Trauung oder die Bestattung steht Ihnen die Möglichkeit einer kirchlichen Feier mit Segen offen. Als Kirchenmitglied können Sie Patin oder Pate werden. Sie haben reichhaltige Möglichkeiten, sich bei der Kirche sozial, kulturell oder musikalisch ehrenamtlich zu engagieren. Sie können an den Kirchenvorstandswahlen teilnehmen – und sich selbst als Kandidat und Kandidatin zur Wahl stellen. Mit der Mitgliedschaft in einer Kirchengemeinde sind Sie zugleich Mitglied der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.

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Was kostet der Eintritt?

Der (Wieder-)Eintritt in die Evangelisch-Lutherische Kirche ist kostenlos.

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Welche finanziellen Pflichten bringt die Kirchenmitgliedschaft mit sich?

In der Regel müssen Kirchenmitglieder in Bayern acht Prozent Ihrer Lohn- bzw. Einkommenssteuer als Kirchensteuer abführen (in anderen Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland sind es neun Prozent). Einmal jährlich wird in Bayern außerdem ein „Kirchgeld“ erwartet, das meist für konkrete Projekte vor Ort gedacht ist und bei dem man sich je nach Einkommen selbst einstuft. Alle Beiträge können als Sonderausgabe auf die Einkommensteuer angerechnet werden.

Falls Sie eine Lohnsteuerkarte haben: bitte lassen Sie nach dem (Wieder)Eintritt Ihre Kirchenzugehörigkeit dort eintragen! Geringverdienende, in der Regel Jugendliche, Studierende, Arbeitslose und Rentner, zahlen keine Kirchensteuer.

Detailinformationen zu grundsätzlichen Kirchensteuerfragen sind unter www.kircheundgeld.de zu finden oder können Sie direkt beim Kirchensteueramt in Ihrer Nähe erfragen. Ein Kirchensteueramt finden Sie in München, Nürnberg und Bayreuth.

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Wozu überhaupt Kirchensteuer?

Mit Ihrer Kirchensteuer tragen Sie erheblich dazu bei, dass die Kirche mit ihren vielen geistlichen und diakonischen Angeboten für Kinder, Jugendliche, Erwachsene und ältere Menschen da sein kann.

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